Die Geschichte des Hauses
Die Geschichte des Gebäudes Thomaskirchhof Nr. 12 und der hier bis 1996 existierenden und bewirtschafteten "Central-Apotheke" ist untrennbar mit dem Namen Dr. Willmar Schwabe ( 1839 - 1917 ) und dem Siegeszug der bis dahin relativ unbekannten Homöopathie verbunden.
Der Apotheker übernahm 1863 für zwei Jahre die Verwaltung der im Hause ansässigen "Homöopathischen Central-Apotheke Täschner & Co." und kaufte das Gebäude, das sich noch heute im Besitz der Familie befindet. zu den großen Verdiensten des Apothekers Schwabe, der auch zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen schrieb und 1866 eine homöopathische Fabrik sowie einen Verlag für homöopathische Literatur mit eigener Druckerei gründete, zählt sicher der Aufstieg Leipzigs zu einem Zentrum dieser naturverbundenen Arzneimittellehre.
Schwabes Firma "Grosso- und Importgeschäft homöopathischer Fabrikate" - später auch "Dr. Willmar Schwabe Gmbh & Co KG" und "Deutsche Homöopathie-Union" - erkämpfte sich rasch ein fast uneingeschränktes Monopol.
Im Jahre 1900 zählte man weltweit 50 Niederlassungen und 1926 mehr als 2.500 Filialen. Erwähnenswert ist auch das umfangreiche soziale Engagement Dr. Schwabes. So betrieb Schwabe völlig unentgeltlich (!) drei Genesungsstationen ( eine Art Kurheime ), die in der "Dr. Willmar Schwabeschen Heimstätten-Stiftung" zusammengefasst waren und im Jahr 1904 der Ortskrankenkasse Leipzig übereignet wurden.
Auch Karl May ( 1842 - 1912 ), übrigens und interessanterweise noch immer der meistgelesene deutsche Schriftsteller, Schöpfer der berühmten Wild-West-Romane um Winnetou und Old Shatterhand, weilte im Jahre 1865 für etwa eine Woche im Hause der "Central-Apotheke" am Thomaskirchhof Nummero 12. Es ist also durchaus möglich, daß sich Dr. Schwabe und Karl May damals begegnet sind - wenn auch sicher nur zufällig.
Karl May hatte unter falschem Namen ein Zimmer gemietet und bestellte such bei einem Pelzhändler vom Brühl einen Pelzmantel zur Ansicht, den er dann für die Summe von 10 Talern in einem Leipziger Pfandhaus versetzte, da er sich permanent in Geldnöten befand. Wenig später wurde er verhaftet.
Für weitere Betrügereien, Diebstahl und Hochstapelei wurde Karl May noch im selben Jahr vom Leipziger Bezirksgericht zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er 3 1/2 Jahre im Zuchthaus Zwickau verbüßte.
Später-als berühmter Autor - logierte der nunmehr angesehene und auch recht vermögende Karl May denn mehrfach bei seinen Besuchen in Leipzig im noblen "Hotel Hauffe" am Roßplatz.
(Bildquellen: Wikipedia.de)